Wie kann ich darüber sprechen

Wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt/Ihre Ärztin

Es muss Ihnen nicht peinlich sein, mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über Ihr Sexualleben zu sprechen. Ihre Beschwerden (im Fachjargon auch Hypoactive Sexual Desire Disorder, HSDD genannt) sind keine Seltenheit. Den meisten Ärzten ist durchaus bewusst, dass sexuelle Unlust deutliche Auswirkungen auf das Leben und auch auf die Partnerschaft vieler Frauen hat. Wenn Sie Hilfe in Anspruch nehmen wollen, orientieren Sie sich an den folgenden Vorschlägen:

Überlegen Sie im Vorfeld, mit wem Sie über das Thema sprechen möchten. Viele Frauen werden mit ihrem Frauenarzt sprechen wollen, andere aufgrund des jahrelangen Vertrauensverhältnisses den Hausarzt aufsuchen oder einen Spezialisten (Sexualtherapeut) ansprechen.

  1. Füllen Sie den kurzen Patienten-Fragebogen aus. Das kann Ihnen helfen, Ihr sexuelles Verlangen und die damit verbundenen seelischen Belastungen besser einzuschätzen. Dann können Sie auch besser entscheiden, ob Sie einen Arzt/eine Ärztin aufsuchen oder nicht.
  2. Drucken Sie die Ergebnisse aus und nehmen Sie sie zu Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin oder zu dem Experten mit, den Sie aufsuchen. Das kann Ihnen helfen, ein Gespräch über Ihre sexuellen Sorgen und Nöte zu beginnen.
  3. Sie sollten im Gespräch mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin möglichst gleich zum Thema kommen und Ihre Symptome (zum Beispiel Vaginaltrockenheit, sexuelle Lustlosigkeit) genau beschreiben. So kann der Arzt/die Ärztin feststellen, was für Sie am besten ist. Beschreiben Sie Veränderungen, die Sie hinsichtlich Ihres sexuellen Verlangens bemerken, und sprechen Sie auch über die Abnahme Ihrer sexuellen Aktivität, sofern Sie darunter leiden. Wenn Sie Ihre Beobachtungen in einem Tagebuch aufzeichnen, kann das Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin helfen, Ihre Symptome besser einzuschätzen.
  4. Orientieren Sie sich an folgenden Fragen, um das Gespräch mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin zu eröffnen:
    • „Seit den Wechseljahren waren mein Partner und ich nicht mehr wie früher körperlich intim. Gibt es etwas, das ich tun kann, um meinen Wunsch nach Sex zu steigern?“
    • „Kann es sein, dass die Menopause Auswirkungen auf mein sexuelles Verlangen hat?“
    • „Was sind die Ursachen von sexueller Lustlosigkeit?“

    Möglicherweise wird Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen folgende Fragen stellen:

    • „Wie lange bereitet Ihr sexuelles Verlangen Ihnen schon Sorgen?“
    • „Ist das für Sie immer ein Problem oder gilt das nur in bestimmten Momenten oder in bestimmten Situationen?“
    • „Haben Sie sexuelle Gedanken, Tagträume oder Fantasien?“
    • „Gibt es etwas, das Ihr Verlangen stimuliert (etwa ein romantischer Urlaub oder ein anderer Partner)? Gibt es etwas, das Ihre Probleme verschlimmert?“
    • „Wie steht es um Ihre emotionale Vertrautheit mit Ihrem Partner?“
    • „Wünschen Sie sich einen anderen Partner?“
    • „Sind Sie unglücklich über Ihr geringes sexuelles Interesse?“
  5. Wenn Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen die notwendige Unterstützung nicht geben kann, fragen Sie ihn/sie nach einer Empfehlung für zusätzliche Sexualberatung oder lassen Sie sich an einen Spezialisten überweisen.